Kulturerbe-Geschichten mit digitalen Werkzeugen zum Leben zu erwecken
In einer von digitalen Inhalten geprägten Welt bedeutet junge Menschen für kulturelles Erbe zu begeistern mehr als nur Fakten zu vermitteln. Es geht darum, ihnen Werkzeuge an die Hand zu geben, mit denen sie Geschichten so erzählen können, dass sie bei ihrer Generation ankommen. Im Rahmen des EYES-Projekts entdecken Jugendliche nicht nur Geschichte – sie bereiten sich darauf vor, sie mit kreativen digitalen Werkzeugen neu zu interpretieren.
Heute beginnt kulturelle Bildung oft nicht mit Büchern oder Vorträgen, sondern mit einem Smartphone. Jugendliche fotografieren, schneiden kurze Videos, erstellen interaktive Karten oder gestalten visuelle Zusammenfassungen. Damit drücken sie aus was sie gelernt haben. Mit den richtigen digitalen Werkzeugen verwandeln sie lokale Geschichten in fesselnde multimediale Erlebnisse, die andere dazu inspirieren, kulturelles Erbe selbst zu entdecken und zu erkunden.
Für junge Menschen sind Plattformen wie Canva, Genially oder H5P nicht nur Software – sie sind Werkzeuge, um Orte, Menschen und Traditionen lebendig werden zu lassen. Ob bei der Erstellung einer interaktiven Karte, der Bearbeitung eines Video-Interviews oder der Gestaltung einer multimedialen Broschüre: Digitale Werkzeuge ermöglichen es Jugendlichen, Gelerntes in Formaten auszudrücken, die ihre Sprache sprechen. Diese Tools helfen, Kulturerbe greifbarer, persönlicher und teilbarer zu machen.
Die Arbeit mit digitalen Werkzeugen fördert auch Schlüsselkompetenzen des 21. Jahrhunderts. Wenn Jugendliche lernen, ihre Kulturerbe-Projekte zu planen, schreiben, visualisieren und zu teilen, stärken sie gleichzeitig ihre Fähigkeiten zur Zusammenarbeit, zum kritischen Denken und zum kreativen Problemlösen. Aus einem Forschungsinterview wird ein Podcast-Beitrag. Aus einer Wanderroute entsteht eine interaktive Online-Tour. Eine handschriftliche Erinnerung findet ihren Weg in eine visuelle Geschichte, die über Plattformen geteilt wird. Das sind keine bloßen technischen Übungen – es sind Momente der Transformation, in denen Geschichte auf Fantasie trifft.
Das EYES-Projekt unterstützt diesen Prozess, indem es praktische, jugendgerechte Ressourcen bereitstellt, die die digitale Erstellung Schritt für Schritt einführen. Tutoriale und Materialien sind so konzipiert, dass sie auch für Anfänger:innen zugänglich sind und helfen, Barrieren zur Kreativität abzubauen. Ziel ist es, Jugendlichen nicht nur Inspiration, sondern auch das Vertrauen zu geben, zu experimentieren und ihre eigene Stimme durch kulturelle Geschichten zum Ausdruck zu bringen.
Jugendliche mit digitalen Werkzeugen auszustatten, bedeutet nicht, Kulturerbe zu modernisieren – es geht darum, es für sie bedeutsam zu machen. Wenn jungen Menschen vertraut wird, das zu schaffen, zu deuten und zu teilen, was ihnen wichtig ist, wird kulturelles Erbe nicht nur zu etwas, an das man sich erinnert – sondern zu etwas, das man lebt.