Brücken zwischen den Generationen: Die Kraft der Oral History im EYES-Projekt
In unserer schnelllebigen Welt ist es leicht, dass die Generationen auseinanderdriften. Das EYES-Projekt bringt sie durch Geschichten wieder zusammen. Im Rahmen ihrer „Youth Heritage Investigations“ (Jugendliche erforschen ihr kulturelles Erbe) erkunden junge Teilnehmer:innen in fünf europäischen Ländern ihr lokales Erbe mithilfe von drei ergänzenden Forschungsmethoden: „Oral History“ (die Praxis, persönliche Erinnerungen aufzunehmen), Archivforschung und Feldforschung. Besonders die „Oral History“ sticht durch ihre Fähigkeit hervor, Menschen zu verbinden.
Durch Interviews mit älteren Mitgliedern der Gemeinschaft sammeln junge Menschen Erinnerungen, Traditionen und Lebenslehren, die in keinem Lehrbuch zu finden sind. Diese Gespräche sind mehr als nur Interviews – sie sind ein Dialog zwischen den Generationen. Eine Erzählung über ein lokales Fest, einen harten Winter oder eine Familientradition verwandelt abstrakte Geschichte in etwas Persönliches und Nachvollziehbares. Das Zuhören dieser erfahrungsreichen Stimmen hilft jungen Menschen, ihre Wurzeln zu verstehen und zu erkennen, wie sich ihre Gemeinschaften verändert haben.
„Oral History“ bietet einen einzigartigen Begegnungsort für Junge und Alte. Pädagog:Innen haben festgestellt, dass „Oral History“ junge Menschen zu authentischen Beziehungen zu älteren Generationen befähigt – etwas, das in einem klassischen Unterricht nicht geleistet werden kann. Indem sie sich „Zeit zum Zuhören nehmen“, eignen sich junge Menschen Wissen und Weisheit auf eine direkte und sinnvolle Weise an.
Diese Erfahrungen hinterfragen auch Klischees. Junge Menschen entwickeln oft eine neue Wertschätzung für ältere Generationen, während sich Ältere gehört und wertgeschätzt fühlen. In vielen Fällen entstehen daraus langfristige Verbindungen. Zudem erinnern uns diese Begegnungen daran, dass kulturelles Erbe nicht nur in Gebäuden oder Archiven zu finden ist, sondern in den Stimmen, Erinnerungen und Emotionen der Menschen lebt.
Eines wird im Verlauf des EYES-Projekts deutlich: Kulturelles Erbe ist nicht statisch. Es ist ein lebendiger Dialog zwischen den Generationen. Indem wir junge Menschen ermutigen, „Oral History“ zu erkunden und zu teilen, bewahren wir nicht nur die Vergangenheit – wir stärken Gemeinschaften und gestalten eine verbundene Zukunft.
Verfolgen Sie die Geschichten und Updates auf explorestories.eu und erfahren Sie, wie Jugendliche in ganz Europa das kulturelle Erbe lebendig werden lassen.
Quellenangaben
- UNESCO: Oral traditions and expressions including language as a vehicle of the intangible cultural heritage
https://ich.unesco.org/en/oral-traditions-and-expressions-00053
- Incite Institute at Columbia University: Oral History Education: Facilitating Intergenerational Learning
- European Commission: European Framework for Action on Cultural Heritage (2019)
https://op.europa.eu/s/AaIJ